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›Große Runde‹ am 12.6. ohne konkrete Zusagen

Enttäuschte Gesichter hinterlies die durch die Weimarer Bündnisgrünen eingeforderte und am 12. Juni stattgefundene Gesprächsrunde der Stadtverwaltung. Anwesend waren neben Vertretern der zuständigen Ämter, dem Bauherrn Frank Harz vom Kommunalservice, dem Leiter des planenden Büro Herr Lopp und der zuständigen Dezernentin Frau Dr. Kolb endlich auch der ADFC mit Herrn Heinrichs, der Wohnen-im-Ruhestand (W.I.R.) e.V. als Veranstalter der Tiefurter Montagsmusiken und des dortigen Sommertheaters, die Weimar GmbH durch Mark Schmidt sowie Oliver Müller und Ingrid Prager für den Ortsteilrat Tiefurt, die Grüne Liga mit Frau Tetzel, der Vorstandssprecher Daniel Schmidt und der Fraktionsvorsitzenden der Bündnisgrünen Andreas Leps, Dirk Slavinski für die SPD und Corinna Harke vom Weimarwerk.

Man hätte ob der großen Runde erwartet, dass die Baudezernentin ein paar Ideen im Köcher hat, um die verfahrene Situation noch zu verbessern. Das war leider nicht der Fall. Sie entschuldigte sich zwar erneut für die schlechte Kommunikation, aber die zahlreichen konkreten Ideen nahm sie lediglich als Prüfaufträge mit.

Derer waren durchaus einige vorhanden:

  • Grüne und SPD setzen sich nachdrücklich für dieOffenhaltung der Fußgängerbrücke zum Kirschberg und von dort einer Befahrbarkeit des Radwegs bis zur ein Kegelbrücke ein.
  • Die Grünen erneuerten ihre Forderung nach einer Pop-Up-Bike-Lane (temporäre Radspur) in der Rosenthalstraße, die auch die Weimar GmbH als schnellst machbare Lösung ansah.
  • Von den Grünen und dem Ortsteilrat Tiefurt wurde die Forderung nach einer Behelfsbrücke an der Vereinsmühle wiederholt. Deren Kosten bezifferte Herr Lopp mit ca. 250.000€, einer Summe die in der Runde keine besonderen Emotionen aufkommen ließ, beläuft sich doch die Bausumme auf 9,6 Millionen €.
  • Diskutiert wurde auch die Einrichtung einer provisorischen Radspur am Rande des Stadtwalds parallel zur Baustelle, um eine möglichst ortsnahe Lösung zu schaffen. Herr Harz lehnte dies vehement ab, da er eine Kreuzung des Radverkehrs mit dem Baustellenverkehr kategorisch ausschloss. Auch eine Ampellösung oder eine Postensicherung ließ er nicht zu. Argumenativ verfolgte er die Linie, dass den Baustellennutzer*innen die Rücksichtnahme auf den kreuzenden Radverkehr nicht zuzumuten sei.
  • Die Grünen erneuerten ihr Angebot, 10.000€ aus ihrem Verfügungsrahmen im städtischen Haushalt für die zeitnahe Ertüchtigung von Provisorien einzusetzen, auch wenn dies eigentlich in der Kostenverantwortung des Bauherren liegt.
  • Die Grünen schlugen ferner vor, für die Zeit der Umleitung durch das Webicht bei zeitgliecher sanierungsbedingter Schließung der Eisenbahnbrücke in der Tiefurter Allee die Landstraße durch das Webicht am besten gänzlich für den motorisierten Verkehr ab Ortsausgang Tiefurt zu sperren.

Vehemente Kritik erhielt die Stadt auch von Mark Schmidt, Leiter Marketing der Weimar GmbH. Dieser erklärte, dass die unangekündigte Sperrung für die touristische Lage der Stadt während der Pandemie ein Desaster darstelle, da gerade der Radtourismus aktuell noch größere Bedeutung gewonnen hat. Zudem mache die Unterbrechung von Thüringens beliebtesten und bestbewertetsten Fernradwanderweg dessen diesjährig anstehende Re-Zertifizierung praktisch unmöglich.

Übereinstimmend konstatierten die Vertreter*innen aus Tiefurt, der Weimar GmbH, der Grünen, SPD, Grünen Liga und des ADFC, dass die von der Stadt vorgeschlagene Ausweichroute praktisch unzumutbar und vollkommen inakzeptabel sei. Angesichts dieser Übereinstimmung erklärt sich auch die große Enttäuschung, die die Veranstaltung der Stadt bei einem Großteil der Gäste hinterließ.